Was ist ADHS?

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich um eine psychische beziehungsweise neurologische Entwicklungsstörung. Typische Merkmale sind Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Organisation, Impulsivität sowie innere oder äußerlich sichtbare Unruhe. Die Ausprägung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Was ist eine ADHS-Selbsthilfegruppe?

In einer Selbsthilfegruppe tauschen sich Betroffene über Erfahrungen, Belastungen und hilfreiche Strategien aus. Die Gruppe kann Verständnis und gegenseitige Unterstützung bieten. Sie ersetzt jedoch weder eine ärztliche Diagnose noch eine Psychotherapie.

Kann eine Selbsthilfegruppe eine Therapie ersetzen?

Nein. Eine Selbsthilfegruppe bietet Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung. Diagnostik, medizinische Behandlung und Psychotherapie gehören in die Hände entsprechend qualifizierter Fachpersonen.

Muss ich mich vorher anmelden?

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Entweder per E-Mail  adhs.shg.gersthofen@gmail.com

oder unser Kontaktformular Unsere Treffen / Anmeldung

Kann ich die Gruppe erst einmal unverbindlich kennenlernen?

Ja, ein unverbindlicher Besuch ist nach vorheriger Anmeldung möglich. Bitte melden Sie sich unter adhs.shg.gersthofen@gmail.com.

Benötige ich eine ADHS-Diagnose, um teilzunehmen?

Bei uns können Erwachsene mit einer gesicherten ADHS-Diagnose sowie Menschen teilnehmen, die eine mögliche ADHS-Erkrankung abklären lassen möchten.

Wie läuft ein Gruppentreffen ab?

Zu Beginn gibt es meist eine kurze Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Danach sprechen wir über aktuelle Anliegen oder ein vereinbartes Thema. Niemand muss mehr erzählen, als er oder sie möchte.

Welche Regeln gelten in der Gruppe?

Wir begegnen einander respektvoll, lassen andere ausreden und verzichten auf persönliche Angriffe. Erfahrungen dürfen geteilt werden, medizinische Diagnosen oder Behandlungsvorgaben für andere Gruppenmitglieder sind jedoch nicht Aufgabe der Gruppe.

Wer leitet die Treffen?

Unsere Treffen werden von ehrenamtlich tätigen Betroffenen begleitet. Wir sind keine Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen beziehungsweise Psychotherapeuten.

Werden persönliche Informationen vertraulich behandelt?

Was innerhalb der Gruppe persönlich besprochen wird, soll auch innerhalb der Gruppe bleiben. Allerdings ist eine Selbsthilfegruppe keine medizinische Behandlungseinrichtung. Beschreiben Sie auf Ihrer Webseite deshalb genau, welche Vertraulichkeitsregeln für Ihre Treffen gelten.

Was kostet die Teilnahme?

Die Teilnahme ist kostenlos.

Muss ich bei einem Treffen etwas erzählen?

Nein. Jede Person entscheidet selbst, was und wie viel sie erzählen möchte. Zuhören ist ebenfalls in Ordnung. Ein respektvoller und vertraulicher Umgang miteinander ist Voraussetzung für die Teilnahme.

Kann ich auch teilnehmen, wenn ich schüchtern bin?

Ja. Sie müssen sich nicht sofort ausführlich beteiligen. Sie dürfen zunächst zuhören und selbst entscheiden, wann und worüber Sie sprechen möchten.

Was passiert, wenn mir ein Treffen zu viel wird?

Sie dürfen jederzeit eine Pause machen oder das Treffen verlassen. Wenn Sie besondere Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns möglichst vor dem Treffen an.

Ist die Gruppe für akute Krisen zuständig?

Nein. Unsere Selbsthilfegruppe ist kein Krisendienst. Bei unmittelbarer Gefahr für Sie selbst oder andere wählen Sie bitte den Notruf 112. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, anonym und kostenlos unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 erreichbar.

Sind die Räume barrierefrei?

Ja, unsere Räume sind barrierefrei zugänglich.

Darf ich Medikamente empfehlen?

Persönliche Erfahrungen dürfen im vereinbarten Rahmen geschildert werden. Konkrete Empfehlungen zur Einnahme, Dosierung oder Veränderung von Medikamenten gehören jedoch in ein ärztliches Gespräch.

Können Angehörige teilnehmen?

Angehörige können nach vorheriger Absprache teilnehmen / Unsere Treffen richten sich ausschließlich an selbst betroffene Erwachsene.

Können Fachkräfte oder Studierende die Gruppe besuchen?

Besuche zu beruflichen, wissenschaftlichen oder journalistischen Zwecken sind nur nach vorheriger Anfrage und ausdrücklicher Zustimmung der Gruppe möglich. Der Schutz der persönlichen Erfahrungen unserer Mitglieder hat Vorrang.

Darf während des Treffens fotografiert oder aufgenommen werden?

Nein. Foto-, Video- und Tonaufnahmen sind zum Schutz der Privatsphäre grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen bedürfen der vorherigen ausdrücklichen Zustimmung aller betroffenen Personen.

An wen kann ich mich bei einem ADHS-Verdacht wenden?

Mögliche Anlaufstellen sind Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, neurologische oder psychiatrische Praxen, psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie spezialisierte ADHS-Ambulanzen. Auch die Hausarztpraxis kann bei der Suche nach einer geeigneten Fachstelle helfen.

Wer darf ADHS diagnostizieren?

Die Diagnose sollte durch entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte oder psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erfolgen. Dazu gehören ausführliche Gespräche, die persönliche Entwicklungsgeschichte und die Prüfung möglicher anderer Ursachen. Einen einzelnen Test, Blutwert oder Scan, der ADHS sicher nachweist, gibt es nicht.

Wie läuft eine ADHS-Diagnostik ab?

Zur Diagnostik gehören normalerweise ausführliche Gespräche, Fragebögen und die Betrachtung der bisherigen Entwicklung. Auch Hinweise auf Beschwerden in der Kindheit sowie mögliche andere Ursachen und Begleiterkrankungen werden geprüft. Das genaue Vorgehen kann sich je nach Fachstelle unterscheiden.

Brauche ich alte Schulzeugnisse für die Diagnostik?

Alte Zeugnisse können hilfreich sein, weil ADHS bereits in der Kindheit begonnen haben muss. Sie sind aber nicht in jedem Fall zwingend erforderlich. Auch Gespräche mit Angehörigen oder andere Unterlagen können Hinweise liefern. Die Entscheidung trifft die diagnostizierende Fachperson.

Reicht ein Online-Test für eine Diagnose?

Nein. Ein seriöser Selbsttest kann erste Hinweise geben, aber keine fachliche Diagnose ersetzen. Ähnliche Beschwerden können beispielsweise auch bei Depressionen, Angststörungen, Schlafmangel oder körperlichen Erkrankungen auftreten.

Wie kann sich ADHS im Erwachsenenalter zeigen?

Mögliche Anzeichen sind beispielsweise:

  • häufiges Vergessen und Verlieren von Gegenständen,
  • Schwierigkeiten mit Planung, Ordnung und Zeitmanagement,
  • schnelles Abschweifen oder starke Ablenkbarkeit,
  • Aufschieben wichtiger Aufgaben,
  • impulsive Entscheidungen,
  • innere Unruhe,
  • Schwierigkeiten, begonnene Aufgaben abzuschließen,
  • emotionale Überforderung.

Einzelne dieser Schwierigkeiten bedeuten jedoch nicht automatisch, dass ADHS vorliegt.

Kann man ADHS erst im Erwachsenenalter bekommen?

Nach den geltenden Diagnosekriterien beginnt ADHS bereits in der Kindheit. Die Symptome können aber lange unbemerkt bleiben oder erst im Erwachsenenleben erhebliche Probleme verursachen – beispielsweise durch Beruf, Familie oder zunehmende organisatorische Anforderungen.

Gibt es ADHS auch bei Erwachsenen?

Ja. ADHS beginnt zwar im Kindesalter, kann aber bis ins Erwachsenenalter fortbestehen. Manche Menschen erhalten ihre Diagnose erst als Erwachsene, weil ihre Schwierigkeiten früher nicht erkannt oder anders erklärt wurden.

Kann ADHS wieder verschwinden?

Die Ausprägung kann sich im Laufe des Lebens verändern. Besonders äußerlich sichtbare Hyperaktivität kann abnehmen und sich eher als innere Unruhe zeigen. Manche Menschen erfüllen später nicht mehr alle Diagnosekriterien, können aber weiterhin einzelne Schwierigkeiten haben.

Haben Frauen andere ADHS-Symptome als Männer?

ADHS kann sich bei Frauen weniger auffällig zeigen, beispielsweise durch Unaufmerksamkeit, innere Unruhe, Überforderung oder starke Anstrengungen, Schwierigkeiten zu verbergen. Deshalb wird ADHS bei manchen Frauen erst im Erwachsenenalter erkannt. Diese Unterschiede gelten jedoch nicht für jede Person.

Können neben ADHS weitere Erkrankungen auftreten?

Ja. Beispielsweise können Depressionen, Angststörungen, Schlafprobleme, Abhängigkeitserkrankungen oder andere psychische und körperliche Beschwerden gleichzeitig bestehen. Deshalb ist eine gründliche fachliche Untersuchung

Kann man gleichzeitig ADHS und Autismus haben?

Ja. ADHS und eine Autismus-Spektrum-Störung können gleichzeitig vorliegen. Eine solche Einschätzung erfordert eine sorgfältige fachliche Diagnostik.

Was ist der Unterschied zwischen ADHS und ADS?

Die frühere Bezeichnung „ADS“ wurde häufig für eine Form ohne auffällige Hyperaktivität verwendet. Heute spricht man meist von ADHS mit vorwiegend unaufmerksamer, vorwiegend hyperaktiv-impulsiver oder kombinierter Ausprägung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung wird individuell zusammengestellt. Mögliche Bestandteile sind:

  • verständliche Informationen über ADHS,
  • psychotherapeutische Unterstützung,
  • praktische Strategien für Alltag und Beruf,
  • Behandlung zusätzlicher psychischer Erkrankungen,
  • bei entsprechender ärztlicher Empfehlung Medikamente.

Welche Behandlung geeignet ist, sollte gemeinsam mit qualifizierten Fachpersonen entschieden werden.

Was kann im Alltag helfen?

Vielen Betroffenen helfen klare Tagesstrukturen, kurze Aufgabenabschnitte, Erinnerungen, sichtbare Kalender, feste Ablageorte und regelmäßige Pausen. Welche Strategie funktioniert, ist individuell verschieden und muss häufig ausprobiert werden.

Muss ADHS mit Medikamenten behandelt werden?

Nein. Medikamente sind eine mögliche, aber nicht die einzige Behandlung. Ob sie sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Stärke der Beschwerden, der persönlichen Situation, Begleiterkrankungen sowie möglichen Risiken und Nebenwirkungen ab. Medikamente dürfen nur ärztlich verordnet und kontrolliert werden.

Machen ADHS-Medikamente abhängig?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Einige ADHS-Medikamente unterliegen wegen ihres Wirkstoffs besonderen gesetzlichen Vorschriften. Bei ärztlich kontrollierter und bestimmungsgemäßer Anwendung werden Nutzen und Risiken regelmäßig überprüft. Medikamente sollten niemals weitergegeben oder ohne ärztliche Rücksprache verändert beziehungsweise abgesetzt werden.

Gibt es auch positive Eigenschaften bei ADHS?

Menschen mit ADHS berichten teilweise von Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Spontaneität oder großer Konzentration bei besonders interessanten Tätigkeiten. Solche Eigenschaften sind jedoch nicht bei allen Betroffenen vorhanden und gehören nicht zu den notwendigen Diagnosemerkmalen.

Hat jeder Mensch mit ADHS die gleichen Herausforderungen?

Nein. Beschwerden, Stärken und Unterstützungsbedarf sind individuell verschieden. Auch Lebenssituation, Alter, Begleiterkrankungen und persönliche Bewältigungsstrategien spielen eine Rolle.

Ist ADHS nur eine Frage mangelnder Disziplin?

Nein. ADHS ist nicht einfach Faulheit, schlechte Erziehung oder fehlende Willenskraft. Gleichzeitig erklärt eine Diagnose nicht automatisch jedes Verhalten. Hilfreich sind passende Unterstützung, realistische Strukturen und die Übernahme von Verantwortung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.

Warum schiebe ich Aufgaben immer wieder auf?

Aufschieben kann mit Schwierigkeiten bei Planung, Motivation, Zeiteinschätzung oder dem Beginn unangenehmer Aufgaben zusammenhängen. Es kommt jedoch auch ohne ADHS vor und kann verschiedene Ursachen haben.

Was bedeutet Hyperfokus?

Als Hyperfokus wird umgangssprachlich eine sehr intensive Beschäftigung mit einer interessanten Tätigkeit bezeichnet. Dabei kann es schwerfallen, die Aufmerksamkeit zu lösen oder Zeit und Umgebung wahrzunehmen. Hyperfokus ist kein eigenständiges medizinisches Diagnosekriterium.

Welche Rolle spielt Schlaf bei ADHS?

Schlafprobleme können ADHS-Beschwerden verstärken. Gleichzeitig können Unruhe und kreisende Gedanken das Einschlafen erschweren. Anhaltende Schlafprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden.

Helfen Sport und Bewegung?

Regelmäßige Bewegung kann sich positiv auf Wohlbefinden, Schlaf und Stress auswirken. Sie kann eine fachlich empfohlene ADHS-Behandlung unterstützen, ersetzt diese aber nicht automatisch.

Gibt es eine spezielle ADHS-Ernährung?

Es gibt keine allgemein anerkannte Ernährung, die ADHS heilt. Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich sinnvoll. Einseitige Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne fachliche Beratung eingesetzt werden.

Können Kaffee oder Energydrinks gegen ADHS helfen?

Koffein kann Aufmerksamkeit und Wachheit beeinflussen, ist aber keine fachgerechte ADHS-Behandlung. Größere Mengen können Schlafprobleme, Unruhe oder Herzklopfen verursachen. Energydrinks sind besonders wegen ihres hohen Koffein- und häufig auch Zuckergehalts nicht zur Selbstbehandlung geeignet.

Kann bei ADHS ein Grad der Behinderung anerkannt werden?

Das ist grundsätzlich möglich, aber nicht die Diagnose allein ist entscheidend. Bewertet werden die tatsächlichen und längerfristigen Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben. Über einen Antrag entscheidet die zuständige Behörde im Einzelfall.

Darf ich mit ADHS Auto fahren?

Eine ADHS-Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass jemand nicht fahren darf. Entscheidend ist die individuelle Fahrtüchtigkeit. Beschwerden, Medikamente und mögliche Nebenwirkungen sollten bei Unsicherheit ärztlich besprochen werden.

Muss ich meinem Arbeitgeber von der Diagnose erzählen?

Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Ob und welche Angaben erforderlich oder sinnvoll sind, hängt von der Tätigkeit und der individuellen Situation ab. Bei rechtlichen Fragen können eine Gewerkschaft, ein Betriebsrat oder eine unabhängige Beratungsstelle unterstützen.